Kreativität kann jeder

Weisst Du noch wie es war, als Du einfach drauflos gemalt oder gezeichnet hast? Als Du Dir keine Gedanken darüber gemacht hast, ob das gut wird, was Du machst und als es Dir völlig egal war, was andere dazu sagen?

Ja genau, daran darf auch ich mich regelmässig erinnern 🙂 Kreativ ist jeder, der:

  • Entscheidungen trifft
  • einen (Tages-)Plan macht
  • einen Haushalt organisiert
  • Kinder tröstet
  • eine Wohnung einrichtet
  • im Garten werkelt
  • Weihnachtsgeschenke aussucht
  • und so weiter

Vor zwei Jahren habe ich einen Blogbeitrag über die drei größten Kreativitätskiller geschrieben. Diesen findest Du hier. Und ja Kreativität lässt sich auch noch steigern! Deshalb habe ich meine drei größten Kreativitätsbooster mal aufgeschrieben.

Der Anlass

30 Bilder in 30 Tagen. Klingt ziemlich stressig, oder?! Dachte ich auch. Denn bisher habe ich nicht jeden Tag ein Bild gemalt. Die meisten meiner Bilder brauchen länger.

Jedoch tue ich jeden Tag etwas, das mit Zeichnen oder Malen zu tun hat. Das kann Zentangle sein (geht immer und überall) oder manchmal auch einfach „nur“ Farben mischen oder sortieren. Und oft kommen dabei Ideen für neue Bilder.
Die notiere ich dann, wenn ich sie nicht sofort umsetzen kann.

Und so dachte ich, etwas mehr Zeit einplanen und dann muss das doch machbar sein mit 30 Bilder in 30 Tagen! Und ich bin mittendrin.

Jeden Tag ein Bild, jeden Tag im September. Keine Ausreden.

Den Prozess kannst Du übrigens auf meinem Instagram verfolgen (und dort gern auch mit netten Kommentaren unterstützen 🙂 )

Was ich bisher gelernt habe

KreaBooster Nr. 1: Staunen

Das konnten wir als Kind super! Über alles wundern und staunen. Und fragen, und das oft.

Später vergessen wir das ein bisschen, weil es zu peinlich, zu unangemessen, zu nervig (für die Erwachsenen), zu hier-kannst-Du-Dein-Thema-einsetzen ist. Und dann rostet unser Geist ein bisschen ein. Und wird unbeweglich.

Obwohl wir wissen, dass, nur wer offen ist für Neues, neugierig ist und ständig hinterfragt, geistig beweglich bleibt.

So geht’s: Fange wieder an zu staunen und mach es bewusst!

Ich gehe gerne raus. In die Natur. An den See. Auf meinen Spaziergängen wundere ich mich und staune über

  • die Formen und Gesichter, die die Wolken annehmen
  • tanzende Lichtpunkte und ruhige Schatten auf meinem Weg
  • die vielen verschiedenen Muster, die die Wasseroberfläche des Sees zeigen kann
  • das Segeln
  • Quallen im und Möwen am Süßwasser
  • die Farben der Bäume
  • das Blau des Himmels
  • die kleine Ameise, die soviel schleppen kann und im Team noch Größeres schafft

Und ich schaue genau hin und denke in dem Moment nur über diese eine Sache nach über die ich staune. Was siehst Du heute ganz genau draussen?

KreaBooster Nr. 2: Humor

Wann hast Du das letzte Mal über Dich selbst gelacht? Wenn Du die Frage auf Anhieb beantworten kannst, super! Wenn nicht, dann ist jetzt sofort der richtige Moment, um damit anzufangen.

Lachen macht locker und offen für neue Ideen. Humor macht kreativ. Sich selbst nicht so ernst nehmen und über sich selbst lachen können schafft Raum. Der nötig ist für Kreativität.

So geht’s: Lache!

Diese Übung geht schnell zwischendurch:

  1. Nimm einen Stift quer zwischen die Zähne
  2. Deine Lippen berühren den Stift nicht
  3. Deine Mundwinkel werden automatisch angehoben
  4. Bleib 1 Minute lang so

Dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen einem echten und einem künstlich übertriebenen Lächeln (wie dieses, das mit Hilfe des Stiftes entsteht) und schüttet so oder so irgendwann Glückshormone aus.

Und kannst Dich bei dieser Übung auch vor den Spiegel stellen, ich wette, dass Du schon lachen musst, weil es einfach zu witzig aussieht 🙂

KreaBooster Nr. 3: Disziplin

„Kreativität ist die Kombination aus Disziplin und kindlichem Geist.“ (Robert Green) Ich mag dieses Zitat, denn es erinnert mich immer wieder daran, dass beides nötig ist. Manchmal hab ich genug Disziplin und staune aber zu wenig. Und manchmal ist es genau andersherum.

30 Bilder in 30 Tagen ist eine Frage der (Zeit-)planung. Dazu ist Disziplin nötig. Jeden Tag ein Zeitfenster fest dafür einzuplanen. 

Und denk dran: „Ich hab keine Zeit“ bedeutet eigentlich „Es ist mir nicht wichtig genug, deshalb nehme ich mir die Zeit nicht“. Denn wer entscheidet denn über Deine Zeit?

Genau, nur Du selbst.

So geht’s: Plane Deine Zeit und bleib dran.

Ich habe einen Tages-, Wochen-, und Monatsplan. Der ist mein Gerüst. Und innerhalb dieser Struktur bewege ich mich. Das war nicht immer so. Als ich diese Struktur noch nicht hatte, war der Tag schneller vorbei als ich meine Pinsel auswaschen konnte und ich bin abends mit einem ich-hab-irgendwie-nicht-alles-geschafft-Gefühl ins Bett gegangen.

So widersprüchlich es klingt, aber mit den festen Zeitblöcken für Aufgaben wie Malen (produzieren) oder Administration schaffe ich mir Freiräume um kreativ sein zu können.

Hier ist übrigens eine schöne Übersicht, wie berühmte Kreative ihren Tag geplant haben:

Übersicht über die Tagesablaeufe von berühmten Kreativen wie Picasso, Balzac, Strauss, MurakamiQuelle: Artwork Archive

Klar kommt da immer wieder etwas dazwischen. Da sorgt ein Vier-Personen-Haushalt schon dafür 🙂 Wichtig ist, dann nicht alle Planung über den Haufen zu werfen (so nach dem Motto: Jetzt macht es auch keinen Sinn mehr), sondern flexibel, aktiv und bewusst zu bleiben und den nächsten Tag von vorn planen. Jeder Tag beginnt neu. Auf einem frischen, neuen, weissen Blatt Papier.

Und das hier ist mir in diesem 30 Bilder in 30 Tagen Projekt nochmal ganz bewusst geworden:

Es ist erstaunlich, wieviel ich an einem einzigen Tag schaffen kann. Wenn ich will.


Was feuert Deine Kreativität an? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Und jetzt noch im September ein Original Kunstwerk kaufen und dabei sparen mit der Kunst Sommer Aktion.

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